Frauen Union Kreis Gütersloh

Gleichstellungspolitischer Dialog im Kreis Gütersloh

Auf Einladung der Arbeitsgemeinschaft der kommunalen Gleichstellungsbeauftragten im Kreis Gütersloh fand ein Gespräch mit der Landestagsabgeordnete Ursula Doppmeier zu gleichstellungspolitisch relevanten Themen im Kreishaus statt.
Von links unten: Ellen Wendt, Ursula Doppmeier, Bettina Ruks Christiane Burghardt, Susanne Fischer, Monika Edler-Rustige Eva Sperner Anja Martin, Jutta Duffe, Inge TrameVon links unten: Ellen Wendt, Ursula Doppmeier, Bettina Ruks Christiane Burghardt, Susanne Fischer, Monika Edler-Rustige Eva Sperner Anja Martin, Jutta Duffe, Inge Trame
Ursula Doppmeier berichtete über verschiedene Vorhaben der Landesregierung. So informierte Frau Doppmeier darüber, dass wieder Fördermittel zur Bekämpfung der häuslichen Gewalt zur Verfügung stehen. Gefördert werden insbesondere Maßnahmen zur Verbesserung der Situation von Migrantinnen. Der Runde Tisch „GewaltHalt“ im Kreis Gütersloh konnte in den vergangenen Jahren mehrfach durch die Unterstützung des Landes Nordrhein-Westfalen Informationskampagnen und Veranstaltungen zur häuslichen Gewalt durchführen und wird sich auch diesem Jahr – so Frau Sperner, Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Halle – wieder um Fördermittel bemühen.

Ein weiteres wichtiges Gesprächsthema waren die Aktivitäten des Landes für Berufsrückkehrinnen. Frau Doppmeier informierte darüber, dass Mitte des Jahres eine Hotline und Homepage speziell zum Wiedereinstieg in den Beruf an den Start gehen wird. Das Beratungs- und Informationsangebot wurde seitens der Gleichstellungsbeauftragten begrüßt, weil gerade für den beruflichen Wiedereinstieg nach Wegfall der Regionalstelle „Frau und Beruf“ eine hohe Nachfrage in den Gleichstellungsstellen spürbar ist. Frau Wendt wies in diesem Zusammenhang darauf hin, dass die Homepage und Hotline lediglich ergänzenden Charakter habe, keinesfalls aber die individuelle Beratung vor Ort ersetzen kann.

Weitere wichtige Themen an diesem Nachmittag waren auch das neue KIBIZ-Gesetz und die Väterförderung. Die Gleichstellungsbeauftragten regten eine Landeskampagne für Väter an. Die seit 2007 gültige Elterngeldregelung bietet für Väter die Möglichkeit, sich aktiv in den ersten Lebensmonaten um die Betreuung des Kindes zu kümmern. Väter nehmen aber bisher diese gesetzlichen Möglichkeiten eher selten in Anspruch, obwohl der Wunsch, sich intensiver um die Kinderbetreuung kümmern zu können, häufig besteht. Ausschlaggebend sind zum einen sicherlich nicht unberechtigte Befürchtungen vor höheren Einkommenseinbußen bei einer beruflichen Auszeit von Vätern - Männer verdienen in Deutschland immer noch deutlich besser als Frauen. Zum anderen aber auch die Angst vor einem Karriereknick, da es in vielen Unternehmen noch keine Kultur zur Vereinbarkeit von Familie und Beruf auch für Väter gibt.

Einmütig sprachen sich Ursula Doppmeier und die Gleichstellungsbeauftragten dafür aus, den Austausch zu aktuellen und brisanten gleichstellungspolitischen Themen fortzusetzen.