„Nur fünf Prozent aller Bürgermeister sind weiblich. Frauen sind auf kommunaler Ebene massiv unterrepräsentiert. Der Internationale Frauentag am 8. März 2008 ist ein willkommener Anlass, dieses Problem in den Fokus der Öffentlichkeit zu rücken“, erklärt Ursula Doppmeier MdL, Vorsitzende der Frauen Union im Kreis Gütersloh.
Gabriele BranscheidDie Zahlen beruhen auf der Studie "Beruf Bürgermeister/in", die von der Forschungsgruppe Wahlen im Auftrag der Bertelsmann-Stiftung unter knapp 1100 zufällig ausgewählten Stadtoberhäuptern und 1300 Bürgern durchgeführt wurde.
„Trotz des starken bürgerschaftlichen Engagements von Frauen in vielen Bereichen der Gesellschaft, fehlt gerade ihre Mitwirkung auf der politischen Ebene, die die örtlichen Bedürfnisse am meisten berührt. An der Spitze der Rathäuser fehlen die Frauen, allerdings gehe der Kreis Gütersloh mit gutem Beispiel voran“, so Doppmeier weiter. Bei der Kandidatur um das Versmolder Bürgermeisteramt hat der CDU-Vorstand die Volljuristin Gabriele Branscheid (47) aus Hasbergen nominiert.
Nach der Umfrage sehen 90 Prozent der Bürgermeisterinnen die Unvereinbarkeit des Berufs mit Familie als Hauptgrund dafür an, warum Kommunalpolitik noch immer Männersache ist. Neben der Schwierigkeit der Vereinbarkeit würden zudem die männlichen Kollegen die von ihnen dominierten Machtstrukturen besser für sich nutzen (79 Prozent). Doch die 47-Jährige Volljuristen will "Visionen für Versmold" bei ihrer Wahl verwirklichen und ist voller Tatendrang.
„Versmold ist ein gutes Beispiel, denn wir brauchen dringend Frauen auf der kommunalen Ebene. Dort geht es um Entscheidungen, die uns unmittelbar angehen. Von der Fußgängerampel bis zum Wirtschaftsentwicklungsplan.
Als Frauen Union im Kreis Gütersloh gehen wir mit gutem Beispiel voran und haben ein Mentoring-Programm gestartet. Die Rahmenbedingungen der Kommunalpolitik müssen für Frauen attraktiver werden. Mit einfachen Maßnahmen, wie zum Beispiel der Vermeidung nächtlicher überlanger Sitzungen, lässt sich viel bewirken“, fordert Doppmeier und begrüßt bereits nächste Woche 3 Mentees, die als erstes einen Einblick in die parlamentarische Arbeit in Düsseldorf bekommen.