„Wir brauchen dieses Hintergrundwissen, um in der Altenpflege die richtigen Entscheidungen treffen zu können“, begründete Elisabeth Buschsieweke die ungewöhnliche Ortswahl für die jüngste Sitzung des Vorstandes der Kreis-Frauen-Union. Die Vorstandsdamen, zu denen auch Buschsieweke zählt, waren in das Fachseminar für Altenpflege in der Gütersloher Kolpingstraße gekommen, um sich hier vom Leiter des Seminars, Michael Buschsieweke, über Gegenwart und Zukunft der Altenpflege sowie insbesondere über neue Wohnformen für alte Menschen informieren zu lassen.
Altenseminarleiter Michael Buschsieweke (l.) informierte den Vorstand der Kreis-Frauen-Union über Gegenwart und Zukunft der Altenpflege im Kreis GüterslohSchwerpunkt des Vortrags waren Ausführungen über so genannte Hausgemeinschaften, die sich als Alternative zum klassischen Altenheim immer größerer Beliebtheit erfreuten. Laut Michael Buschsieweke gibt es heute bereits rund 200 Plätze in dieser Wohnform im Kreis Gütersloh. Bis Ende 2009 werde die Zahl auf 400 steigen. Ursprünglich bis acht Personen ausgelegt, gebe es inzwischen Gemeinschaften mit bis zu 16 Personen. In normalen Ein- oder Mehrfamilienhäusern, aber auch als Wohnform in großen Heimen könnten Hausgemeinschaften eingerichtet werden. Ausgesprochen lobend äußerte sich Michael Buschsieweke über die Versorgungssituation alter Menschen im Kreis Gütersloh. Bei Hausgemeinschaften, die hier ordnungsrechtlich als Altenheime anerkannt würden, gehöre der der Kreis bundesweit zu den Vorreitern.
Gerade in der Kategorie drei, in der zur Wohngemeinschaft auch ein ständiger pflegerischer Dienst gehöre, ist der Kreis Gütersloh nach Aussage das Fachseminarleiters „sehr weit“. Als weitere Kategorien nannte Buschsieweke das „Hausmeistermodell“ als erste Kategorie. Hier bekommen die älteren Menschen lediglich technische Unterstützung. In der zweiten Kategorie kommen Ansprechpartner hinzu. Einen echten pflegerischen Dienst, der auch die Eingliederung von Menschen in der Pflegestufe drei erlaube, gebe es aber erst in der dritten Kategorie. Selbst schwer demenzkranke alte Menschen können in solchen Hausgemeinschaften leben. „Und der familienartige Charakter solchen Wohnens fördert ganz eindeutig das Wohlbefinden der alten Menschen“, beschrieb Buschsieweke seine langjährigen Erfahrungen.
Diese Einschätzung teilt auch die Vorsitzende der Kreis-Frauen-Union, MdL Ursula Doppmeier: "Wir brauchen eine Vielzahl unterschiedlicher Angebote für das Wohnen im Alter. Hier ist das Angebot des Kreises Gütersloh schon sehr respektabel und wird auf Landesebene als nachahmenswert hervorgehoben.