Die Frauenunion des Kreises Gütersloh besuchte im Rahmen ihrer regelmäßig stattfindenden Tagesausflüge diesmal die Stadt Essen. Unter Leitung der FU-Vorsitzenden und Landtagsabgeordneten Ursula Doppmeier machten sich die Mitglieder auf den Weg, die Stadt zwischen Baldeneysee und Weltkulturerbe Zeche Zollverein kennenzulernen.
Die Frauenunion Gütersloh zu Besuch beim Beginenhof in EssenZunächst stand ein Besuch der Villa Hügel im Essener Süden auf dem Programm. Sichtlich beeindruckt waren die Teilnehmer dieser Tagestour von dem Flair des Hauses und der renommierten Gemäldeausstellung des Folkwang Museums, die unter anderem Werke von Renoir, Monet, van Gogh, Gauguin, Matisse und Dalí beinhaltete. Danach ging es zum Beginenhof, wo die Gruppe mit einer selbstgekochten Suppe herzlich empfangen wurde.
Während des Essens bekamen die Teilnehmer einen ersten Eindruck vom Leben auf dem Beginenhof. So soll das Konzept der Beginen der Neuzeit an das Prinzip der historischen Beginenhöfe aus dem 13. Jahrhundert anknüpfen.
Beginen waren Angehörige einer christlichen Gemeinschaft, der nur Frauen angehörten, die auf so genannten Beginenhöfen zusammenlebten. Sie widmeten sich in ihrem Wirken nicht nur Religiösem, sondern auch praktischen Zwecken, u.a. der Krankenpflege, Betreuung und der Erziehung.
Ein Beginenhof der heutigen Zeit ist eine spirituelle Gemeinschaft, die ein generationenübergreifendes Zusammen -leben, -wohnen und -arbeiten von Frauen darstellt. Im Beginenhof Essen leben Frauen aller Altersstufen in eigenen Wohnungen, mit oder ohne Kinder.
Wesentlicher Bestandteil des Konzeptes ist auch das Arbeiten unter einem Dach. So stehen neben den 24 Mietwohnungen auch Gewerberäume für die Bewohner des Hofes zur Verfügung. Dadurch besteht genügend Platz, dass sich die Unternehmerinnen verwirklichen können. Im Erdgeschoss findet man zum Beispiel ein Architektenbüro, verschiedene Praxen, ein Atelier und verschiedene Büros.
Die Frauen der Gütersloher FU waren sich nach dem Besuch einig, dass der Beginenhof Essen als ein generationenübergreifendes Wohnmodel der Zukunft nicht nur sehenswert war, sondern auch hoffentlich viele Nachahmer findet.